Shakespeare

Leo und Venus

Gepostet am Aktualisiert am

„Leo“ goes „Venus“

Am Donnerstag, den 15.10.2015 präsentiert sich „Leo – Erotisches Tagebuch“ auf der Erotik-Messe „Venus“ in Berlin.
Mein Verlag, Cupido Books, veranstaltet dort um 17 Uhr eine Lesung aus meinem erotischen Tagebuch, und von mir signierte Print-Exemplare liegen am Messestand zum Kauf bereit.

http://www.venus-berlin.com/venus-programm/
Neon sings of Venus and Mars - vector illustration
Na, ja, es ist zwar nicht die zeitgleich stattfindende Frankfurter Buchmesse, aber dort ist erotische Literatur leider immer noch nicht nennenswert vertreten. Mit Sicherheit findet sich auf der „Venus“ ein aufgeschlossenes Publikum ein. Und überhaupt:

Leo, Cupido und Venus gehören zusammen.

„Cupido“ ist das lateinische Wort für Begierde, Trieb, Leidenschaft, sinnliche Liebe, aber auch für den altrömischen Liebesgott. Manchmal wird er auch Amor genannt.

Amor vincit omnia_Caravaggio

In der bildenden Kunst findet man den Liebesgott meist als kleinen nackten Knaben mit Pfeil und Bogen oder mit Köcher. Oft ist er der Begleiter der Göttin Venus. Mit seinen Pfeilen trifft er mitten ins Herz und erweckt die Liebe. Widerstehen kann man ihm nicht, denn „Omnia vincit Amor“ („die Liebe besiegt alles“).

Manchmal wird Cupido auch blind dargestellt. Darum legt Shakespeare seiner Heldin Helena aus dem „Sommernachtstraum“ auch folgende Worte in den Mund:

„Die Liebe sieht nicht, sondern träumt und sinnt, drum malt man den geflügelten Amor blind.“

Wer kennt das nicht?

Was kann ich für Sie tun, junge Frau?

Gepostet am Aktualisiert am

Was kann ich für Sie tun, junge Frau?

Diese oder ähnliche Fragen werden seit einiger Zeit an mich adressiert. Zunächst freute ich mich über das – wie ich meinte –schöne Kompliment. Dann versuchte ich mich zu erinnern, wann genau mir das jemand erstmalig gesagt hatte. Bestimmt nicht, als ich wirklich noch jung war. Ich meinte mich zu entsinnen, dass ich schon die 50 überschritten haben musste. Fortan spitzte ich die Ohren. Tatsächlich! Man nennt mich „junge Frau“, aber warum nur, wo ich doch offensichtlich nicht mehr so ganz taufrisch bin. Soll das verkaufsfördernd wirken? Soll das der Versuch sein, einer reifen Frau noch mal was Nettes zu sagen? Ist das dem Jugendwahn geschuldet, der nur noch junge Menschen als interessant und begehrenswert empfindet.

VictoriasSecret
Kürzlich war ich zu Besuch bei meiner Tochter in den USA. Hier wurden wir mit „Hi guys, how are you today?“ oder „How’re you doing?“ begrüßt, Floskeln, auf die sowieso niemand eine Antwort erwartet. Erstaunlich, aber ausgerechnet hier, im Land der aufgesetzten Freundlichkeit, wartete ich vergeblich auf ein „young lady“. So wurde völlig zu Recht nur meine Tochter angesprochen. Ich hörte bestenfalls „What can I do for you, love?“ Immerhin fragte man mich manchmal nach meinem Namen, der dann auf ein Zettelchen gekritzelt wurde, wo auch der Name der Verkäuferin notiert war. So erfuhr ich, dass meine ganz persönliche Verkäuferin Deborah, Oprah oder so ähnlich heißt. Gut zu wissen.

Auch im Diner wurde uns der Buchweizen-Pancake nicht nur mit Blaubeeren, sondern auch mit ausgesuchter Höflichkeit serviert. Die Bedienungen trugen Namen von wahrhaft Shakespeare’scher Dimension wie Portia oder Ophelia und immer ein „enjoy“ auf den Lippen. Fehlte nur noch eine Kellnerin namens Hippolyta oder Goneril. Stattdessen war eine quasi-Namensvetterin von mir dabei. Gretchen, gesprochen Grättschen, was für deutsche Ohren ein wenig wie „Frettchen“ klingt.

Am letzten Tag meines USA Aufenthalts dann die Überraschung: Beim Betreten eines Geschäfts stürzte sich eine Verkäuferin auf mich mit den Worten: „What can I do for you, lovely?“.

Also alles wie gehabt. Immerhin nicht „young lady“!