Es bläst und saugt

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Es bläst und saugt

Der Herbst ist da. Woran merken wir das? Der kalendarische Herbstanfang kann es diesmal nicht gewesen sein, denn der kam als Hochsommertag daher.
Die Stunden mit Tageslicht werden weniger, und bald droht die lästige Umstellung auf die Winterzeit. Meine Autowerkstatt erinnert mich schon mal an die Umrüstung auf Winterreifen. Auch sonst mehren sich die Anzeichen:
In den Marktständen liegen Pilze und die ersten Kürbisse.

kuerbisse

Beim Joggen muss ich aufpassen, dass mir keine blank polierte Kastanie oder Eichel auf den Kopf fällt. Auf dem Weg liegen igelartige Gebilde, die Haselnüsse beherbergen. Am Wegesrand sprießen wunderschöne Fliegenpilze, in den Sträuchern hängen knallrote Beeren.

Das Laub verfärbt sich und fällt ab. Und hier kommt das untrügliche Zeichen für den Herbstbeginn ins Spiel:

Wenn man früh morgens unsanft von einem durchdringenden Geräusch geweckt wird, ist er da, der Herbst, und mit ihm eine Errungenschaft namens Laubbläser. Dieses Gerät ist nicht nur Angestellten des städtischen Reinigungsdienstes vorbehalten, nein, es ist dummerweise auch im Baumarkt von Privatleuten zu erwerben. Das lässt jedes Männerherz höher schlagen. Es scheint, der Laubbläser hat dem Aufsitzrasenmäher oder dem Laubhäcksler als potentielle Ruhestörungsquelle längst den Rang abgelaufen. Denn mit ihm kann auch der Hobbygärtner richtig Krach machen. Berichten zufolge erreicht ein Laubbläser ähnlich hohe Dezibelwerte wie eine Kreissäge oder ein Presslufthammer.

Sicher ist es einfacher und macht mehr Spaß, das Laub mittels dieses Geräts zusammen zu pusten als wie früher den Besen oder Rechen zu bemühen. Ob es Sinn macht, das Laub zu riesigen Hügeln aufzutürmen, wo ein Windstoß genügt, es wieder aufzuwirbeln, sei dahin gestellt. Auch die Vorstellung, dass durch den Blasvorgang sicher Millionen von Pilzsporen freigesetzt werden oder auch Keime, z.B. durch Hundekot, aufgewirbelt werden, ist nicht gerade schön.
Der gemeine Laubbläser hat leider auch einen ähnlich lauten Bruder – den Laubsauger. Während der Laubbläser das Laub einfach vor sich her treibt, z.B. praktischerweise in Nachbars Garten, saugt der Laubsauger das Laub an und fängt es in einem Sack oder Behälter auf. Also ein multifunktionales Gerät, das mich an einen alten Sketch von Loriot erinnert. Darin versucht ein Staubsaugervertreter, einer Hausfrau ein Modell namens Heinzelmann schmackhaft zu machen, dessen Sauger auch zur Trockenhaube umfunktioniert werden kann. Der Sketch ist verantwortlich für den herrlich zweideutigen Satz „Es bläst und saugt der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann.“

Der Gedanke an diese Kombination aus Staubsauger und Trockenhaube macht mir die herbstliche Bläserattacke irgendwie erträglicher. Und Laub ist schön!

laub

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