Sinnliche Weihnachten

Gepostet am Aktualisiert am

Lese-Lust

EroticNovels

Spätestens wenn George Michaels „Last Christmas“ im Radio gespielt wird und aus den Lautsprechern der Weihnachtsmärkte tönt, weiß ich – Weihnachten steht kurz bevor. Spätestens jetzt fällt mir siedend heiß ein, dass ich mir noch keine Gedanken über Geschenke gemacht habe. Es ist also alles wie „Last Christmas“.
Wenn es euch ähnlich geht, hier habe ich ein paar anspruchsvollere „erotische“ Buchtipps als Geschenkidee in letzter Minute:

Mehr als 660 Jahre alt, aber immer noch anregend:

Giavonni Boccaccio, Das Dekameron

Sieben Frauen und drei Männer fliehen vor der Pest in ein Landhaus bei Florenz. Um sich die Zeit zu vertreiben, muss jeder eine Geschichte ersinnen und den anderen vortragen. Nach zehn Tagen und zehn mal zehn Novellen (daher der Name „Dekameron“ = etwa: Zehn-Tage-Werk) kehrt die Gruppe nach Florenz zurück.
Wer hier platte Erotik erwartet, wird enttäuscht werden. Wer aber Sinn für etwas altmodische, schöne Sprache hat und sich auf die fantasievolle Sinnlichkeit der Erzählungen einlässt, liegt mit diesem Meisterwerk der Renaissance-Literatur genau richtig.

Anfang der 1930er Jahre ein Skandal, heute ein Klassiker:

D.H. Lawrence, Lady Chatterley’s Lover

Die Protagonisten des Romans – das Ehepaar Chatterley und deren Wildhüter Oliver Mellors – sind in einer schicksalhaften Dreiecksbeziehung verstrickt. Constance Chatterley sucht zunächst nur sexuelle Erfüllung bei Oliver, da ihr Ehemann seit seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg an den Rollstuhl gefesselt und impotent ist. Doch dann verliebt sie sich in den wortkargen Wildhüter.
Heute kaum vorstellbar: Wegen seiner sehr direkten und detaillierten Darstellung der sexuellen Handlungen und der Verwendung anstößiger Wörter war „Lady Chatterley’s Lover“ in vielen Ländern lange Zeit verboten.

Auftragsarbeit:

Anais Nin, Das Delta der Venus

Der Titel dieser Sammlung erotischer Kurzgeschichten ist eine Anspielung auf die Dreiecksform der weiblichen Scham. Die Autorin, damals mit dem amerikanischen Schriftsteller Henry Miller liiert, verfasste die Geschichten auf Wunsch eines Privatmanns, der ihr einen Dollar pro geschriebener Seite zahlte. Der Auftraggeber forderte: „Konzentrieren Sie sich auf den Sex … lassen Sie den poetischen Firlefanz weg.“ Das beherzigte Nin weitgehend, und so geht es in ihren 1977 posthum veröffentlichten Erzählungen weniger um Romantik als um hemmungslosen Sex. Vielleicht ein Grund, warum das Buch gerne auch von Männern gelesen wird.

Ein weiterer Literatur-Skandal:

Catherine Millet, Das sexuelle Leben der Catherine M.

In ihrer sexuellen Autobiografie legt die Autorin in noch nie da gewesener Radikalität die intimsten Details ihres Sexuallebens offen. Lakonisch und minutiös, fast so als richte sie den Blick von außen durch eine Kamera auf sich selbst, berichtet Catherine Millet von ausschweifenden Gruppensex-Parties, ihren Erlebnissen im Bois de Boulogne, auf öffentlichen Parkplätzen oder in schicken Appartements. Ihre Fantasien und Beschreibungen bevorzugter Praktiken muten dem Leser einiges zu, auch an unappetitlichen körperlichen Details. Ein literarisches Ereignis, aber nichts für zart besaitete Gemüter.

Viel mehr als nur Erotik:

Bernhard Schlink, Der Vorleser

Hanna ist 21 Jahre älter als der Schüler Michael. Dennoch entwickelt sich eine leidenschaftliche sexuelle Beziehung zwischen den beiden. Vor jedem Liebesakt verlangt Hanna von Michael, ihr etwas vorzulesen. Eines Tages ist die rätselhafte Frau spurlos verschwunden. Erst Jahre später trifft Michael sie durch Zufall wieder und erfährt von ihren dunklen Geheimnissen.
„Der Vorleser“ ist nur vordergründig die Geschichte einer ungleichen erotischen Beziehung, die auch sehr einfühlsam-sinnlich dargestellt ist. Doch von Anfang an schwingt noch etwas anderes mit. Die Auseinandersetzung mit Schuld, Verrat und Würde gibt dem Roman eine unvermutete Wendung und macht ihn überdies zu einem Lehrstück in deutscher Vergangenheitsbewältigung.

Diese Buchempfehlungen sind nur eine kleine Auswahl aus der Fülle des Angebots an erotischer Literatur. Natürlich gibt es noch viele andere lesenswerte Bücher dieses Genres, Klassiker, Bestseller wie auch Bücher von bisher unbekannten Autoren.
Ich selbst habe übrigens auch etwas Erotisches veröffentlicht. Vielleicht gefällt euch ja „Leo – Erotisches Tagebuch“.

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