Zwei Filmtipps: Wenn reifere Frauen zu Teenies werden …

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KinoLeuchtschrift_15x15Männer jenseits der 50 sind heutzutage „im besten Alter“. Niemand schert sich darum, wenn ein Endfünfziger oder noch älterer Herr eine junge Frau heiratet oder sich mit einer jüngeren Geliebten schmückt. Stars aus dem Musik- oder Filmgeschäft machen es vor. Oft beträgt der Altersunterschied sogar 20 oder mehr Jahre. Und niemand nimmt Anstoß, wenn diese Männer, die oft selbst aussehen wie verknautschte Sofakissen, in ihrem Versuch, sich der jugendlichen Partnerin anzupassen, peinliche Klamotten und Frisuren tragen oder andere, altersuntypische Dinge tun.

Natürlich gibt es auch beim anderen Geschlecht ein paar Ausnahmen. Tina Turner heiratete unlängst ihren 16 Jahre jüngeren, langjährigen Lebenspartner, Demi Moores Ehe mit Ashton Kutscher galt lange als glücklich – bis eine jüngere kam. Schon die Sprache, die in diesem Zusammenhang benutzt wird, ärgert mich. Gerne spricht man dann davon, dass ältere Frauen sich einen toyboy halten. Ältere Männer hingegen werden immer noch anerkennend als playboys tituliert.

Zum Glück setzt sich anscheinend ganz allmählich die Erkenntnis durch, dass auch sogenannte reifere Frauen Bedürfnisse haben, die sie ausleben wollen. Ich will hier keine Ratschläge geben, wie man sie in Zeitschriften oder kostenlosen Heftchen, die in Apotheken ausliegen, findet. Natürlich kommt man mit vernünftiger Ernährung und ausreichend Sport besser durch die Wechseljahre, und die dort beworbenen Pillen und Gleitmittel können in bestimmten Fällen sicher hilfreich sein. Aber mir geht es vielmehr um das lustvolle Ausleben der Sexualität, das auch jenseits der 50 möglich ist.

In dem Zusammenhang habe ich zwei Spielfilm-Tipps aus der letzten Zeit mit zwei starken Hauptdarstellerinnen:

Der auf der Berlinale 2013 preisgekrönte Film „Gloria“ zeigt eine Heldin, die mit Ende 50 die Lust am Tanzen entdeckt und darüber einen (zugegeben älteren) Mann kennenlernt, mit dem sie eine Affäre beginnt. Die Senioren verhalten sich plötzlich wie Teenager. Das anzuschauen macht Spaß und lässt hoffen. Wenn Gloria am Ende des Films zu dem Titel gebenden Song selbstbewusst auf die Tanzfläche tritt, mag das auf den einen oder anderen irritierend wirken, aber der Auftritt ist auch Metapher einer neu entdeckten Lebensfreude und Freiheit.

Der zweite Film heißt „Die schönen Tage“ und ist ein französischer Film mit der Nouvelle Vague Ikone Fanny Ardant, immerhin schon 64 Jahre alt. Ihr Gesicht ist lebendig und damit schöner als die glattgebügelten Masken der ewig jung sein wollenden Stars, die nicht in Würde altern können. Ardant spielt eine Zahnärztin, die mit 60 ihren Beruf aufgibt und anstatt seniorengerechten Beschäftigungen nachzugehen, einen 20 Jahre jüngeren Liebhaber nimmt. Die radikale Hingabe an die wiederentdeckte Lust lässt die Heldin aufblühen. Berauscht vom guten Sex wird sie allerdings auch zunehmend leichtsinnig.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, welch ungeheure Kraft und welch kindlichen Leichtsinn die ausgelebte Sexualität entfachen kann. Ich kann nur sagen: Frauen, lebt eure Fantasien aus, seid auch mal unvernünftig, geht tanzen, wenn euch danach ist, zeigt, dass es noch in euch brodelt. Die Männer werden es euch danken. Ich bin sicher, es gibt auch genügend vernünftige Männer, die euch auch mit Falten, Fettpölsterchen oder anderen kleinen Makeln attraktiv finden und alles mit euch anstellen würden, wenn ihr nur wollt. Frauen und Männer traut euch!

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